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🎲 Spielepädagogik

Worum geht's? Spiele sind mehr als nur Zeitvertreib – richtig eingesetzt bringen sie eure Gruppe zusammen. Hier findest du Spielarten, Regeln fürs Anleiten und wie man mehrere Spiele zu einer Geschichte verbindet.

Welche Arten von Spielen gibt es?

Geländespiele, Geschicklichkeitsspiele, Kennenlernspiele, Laufspiele, Kooperationsspiele (man muss zusammenarbeiten), Vertrauensspiele, Wettspiele, Kreisspiele, Ballspiele, Spiele ohne Gewinner:in, Rollenspiele, Stegreifspiele (spontan, ohne Vorbereitung), Planspiele, Lernspiele – und noch viele mehr.

Woran erkennst du das passende Spiel? Am Alter und Entwicklungsstand der Gruppe, an ihren Interessen, an der Gruppengröße, daran, in welcher Phase sich die Gruppe gerade befindet (siehe Seite zum OMIDA-Modell), am verfügbaren Zeitrahmen und am nötigen Material.

Spielen mit verschiedenen Altersgruppen

Kinder haben viel Energie, die raus muss. Wechsle ruhige und aktive Spiele ab – Kinder müssen Anspannung loswerden, aber auch lernen, mal stillzuhalten.

Jugendliche finden sich oft "zu alt" zum Spielen. Als Leitung musst du dafür werben – nenn es lieber "Aktion" oder "Rallye" statt "Spiel". Meistens gewinnst du sie, indem du einfach selbst voll mitmachst.

Erwachsene haben oft die größten Hemmungen. Bekannte Spiele mit klaren Regeln kommen besser an als "kindisch" wirkende Anweisungen. Klare Ansagen helfen dir dabei.

19 Tipps zum Spiele-Anleiten

  1. Probiere jedes Spiel vorher selbst aus
  2. Lies die Regeln nicht einfach vor
  3. Erkläre die Regeln während des Spiels, nicht davor in epischer Länge
  4. Nenne den Namen des Spiels lieber nicht – das führt manchmal zu Diskussionen
  5. Leg vorher alles bereit, was du brauchst
  6. Deine eigene Begeisterung steckt an!
  7. Rede das Spiel nicht schlecht (z. B. "eigentlich seid ihr dafür schon zu groß, aber...")
  8. Halte die Spieldauer angemessen und beziehe alle mit ein
  9. Keine Spiele, bei denen jemand blamiert wird – das richtet mehr Schaden an, als es bringt
  10. Wechsle verschiedene Spiele ab
  11. Vermeide Leerlauf zwischen den Spielen
  12. Baue Spannung auf – erzähl notfalls eine kleine Geschichte dazu
  13. Als Spielleitung entscheidest du – deine Regeln gelten und werden nicht diskutiert
  14. Achte auf eine ausgeglichene Anzahl an Mitspieler:innen
  15. Zwinge niemanden zum Mitspielen
  16. Achte auf mögliche Einschränkungen einzelner Teilnehmender
  17. Spiel nach Möglichkeit selbst mit
  18. Achte darauf, wenn jemand aussteigen will
  19. Überfordere die Gruppe nicht

Spieleketten: Mehrere Spiele zu einer Geschichte verbinden

Du kannst verschiedene Spiele frei kombinieren und zu einer großen "Spieleeinheit" verbinden. Wichtig dabei: Die Spiele stehen nicht einzeln für sich, sondern sind Teil einer gemeinsamen Geschichte, die du dir ausdenkst oder von woanders übernimmst.

Darauf solltest du achten:
  • Die Geschichte passt zum Alter der Gruppe
  • Sie hat einen Spannungsbogen (also: nicht die ganze Zeit gleich aufregend)
  • Sie hat Anfang, Mitte und Ende, damit alle gut "ankommen" und am Ende auch wieder gut "rauskommen"
  • Sie interessiert die Altersgruppe wirklich
  • Die Spiele passen zur Gruppe, zur Gruppenphase und zur Geschichte
  • Namen und Begriffe im Spiel passen zur Geschichte
Bild einfügen
So erleben Kinder und Jugendliche die Geschichte hautnah mit, statt nur zuzuschauen. Bei längeren Einheiten kann daraus sogar ein kleines "Theaterstück" mit Rollen und Kostümen werden.

Wamm welches Spiel? Überblick

Kategorie Wann einsetzen? Worauf achten? Was bringt´s der Gruppe?
Kennenlernspiele In der ersten Gruppenstunde, beim Kennenlernen Noch ohne Körperkontakt, niemanden bloßstellen, ermutigen, Sinn erklären Namen lernen, Gruppengefühl entwickeln, Hemmschwellen abbauen
Actionspiele Um Energie loszuwerden, zum Aufwärmen, aus Spaß Klare Ansagen, laut und deutlich sprechen, selbst Energie reingeben Auflockerung, Auspowern, gemeinsames Lachen
Wahrnehmungsspiele Zum Abschluss, um die Konzentration zu stärken Ruhige Stimme, klare Ansagen, auf Freiwilligkeit achten Wahrnehmung und Konzentration fördern, Rücksicht üben
Kooperationsspiele Wenn es in der Gruppe "kriselt", bei neuen Gruppen Ermutigen, gemeinsame Ziele vor Augen führen Gruppengefühl stärken: "Zusammen sind wir stark"
Darstellungsspiele In der Vertrauensphase, bei einem bunten Abend, zum Abschluss Ermutigen, Schüchterne einbeziehen, viel Freiraum lassen Kreativität, Fantasie, gemeinsames Spiel
Vertrauensübungen Wenn die Gruppe sich schon gut kennt, wenn es "kriselt" Freiwilligkeit, Ruhe, Sicherheit schaffen Mut, Grenzen kennenlernen, Vertrauen aufbauen