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🧭 Leitungsstile

Worum geht's? Nicht jede Gruppenleitung führt gleich. Manche geben klare Ansagen, andere lassen viel Freiraum. Hier lernst du die wichtigsten Leitungsstile kennen – und wann welcher Stil passt.
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Laissez-faire ("machen lassen")

Die Gruppenleitung mischt sich kaum ein, greift nicht ein und wirkt eher desinteressiert. Die Gruppe entscheidet fast alles selbst.

Vorteile: Viel Entscheidungsfreiheit für die Gruppe, wenig Aufwand für die Leitung, die Gruppe organisiert sich selbst

Nachteile: Regeln werden schnell überschritten, es entsteht kein richtiges "Wir-Gefühl", schwächere Mitglieder werden übersehen, die Aufsichtspflicht kann verletzt werden, Außenseiter:innen entstehen leichter

Demokratisch (gemeinsam entscheiden)

Alle werden einbezogen, bei Fehlern wird geholfen statt bestraft, Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht.

Vorteile: Alle können mitbestimmen, es kommen viele verschiedene Ideen zusammen, gegenseitiges Vertrauen wächst, alle sind gleich viel wert

Nachteile: Funktioniert nicht bei jedem Alter gleich gut, ist für die Leitung anstrengender, braucht mehr Zeit durch viele Diskussionen

Autoritär (klare Ansagen)

Die Leitung gibt klare Anweisungen und einen festen Rahmen vor. Wenig Diskussion, viel Gehorsam.

Vorteile: Gute Kontrolle über die Gruppe, das Programm läuft ungestört, keine langen Diskussionen, klare Regeln geben Sicherheit

Nachteile: Kann zu Trotzreaktionen führen, es entsteht kein Vertrauen, die Gruppe verliert die Lust, eigene Talente werden nicht erkannt, aus Angst kann sogar Aggression entstehen

Wissenschaftlicher Hintergrund

Diese drei Stile gehen auf ein berühmtes Experiment des Psychologen Kurt Lewin aus dem Jahr 1939 zurück. Er ließ Kinder in drei Gruppen mit jeweils einem anderen Führungsstil ein Bastelprojekt machen – und fand heraus: Der demokratische Stil funktionierte meistens am besten.

Situativ führen: Der passende Stil zur passenden Situation

In der Praxis wechselst du je nach Situation zwischen verschiedenen Stilen. Die Psychologen Paul Hersey und Ken Blanchard haben dafür vier Varianten beschrieben, die sich danach richten, wie viel Erfahrung die andere Person schon hat:
Stil Wann passt das?
Lenken Die Person ist neu oder unsicher: Du gibst genaue Anweisungen und behältst alles im Blick
Anleiten Du erklärst nicht nur, sondern besprichst Dinge auch schon gemeinsam und motivierst
Unterstützen Die Person kann schon viel selbst: Du hilfst nur noch bei der Aufgabenverteilung
Delegieren Die Person ist erfahren: Du gibst die Verantwortung für Entscheidungen ganz ab